Pfingstgottesdienst 2016

Sonnenschein und blauer Himmel und Gottesdienst auf dem Gutshof – nein, so war es diesmal nicht. Stattdessen Kälte, Regen- und Hagelschauer und Sonne im Wechsel. Aber wir konnten ja, wie zuletzt 2007 einmal, unseren traditionellen Gottesdienst am Pfingstsonntag in der wunderschönen Gutsscheune feiern. Wieder kündigte der Vorsitzende des Fördervereins Gut Varrel, Frank Schröder, mit dem Läuten der Gutshofglocke den Beginn des Gottesdienstes an. Und Pfarrerin Eike Fröhlich konnte die große Gottesdienstgemeinde zu diesem „Geburtstagsfest der Kirche“ begrüßen, besonders herzlich auch die drei Kinder, die sie dann in diesem Gottesdienst getauft hat: Hendrik Lewin, Yannik Meyer und Nina Östmann.

Einen würdigen musikalischen Rahmen bereiteten dem Gottesdienst der Kirchenchor der Kirchengemeinden Stuhr und Varrel - verstärkt durch Sänger des Gospelchores - unter Kirsten Artals Leitung und der Posaunenchor Delmenhorst unter Holger Heinrichs Leitung.

Sonnenstrahlen fielen durch die Scheunenfenster, als die Gemeinde beim Singen des Eingangsliedes „Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht“ Freude und Dank für die aufblühende Natur zum Ausdruck brachte.    

Die Schilderung des Pfingstgeschehens in der Apostelgeschichte war die Grundlage der Predigt, in der Pfarrerin Eike Fröhlich vier bedeutsame Botschaften hervorhob, die auch für uns heute Pfingsten zu einem der lebensnahesten und aktuellsten Feste macht.

Das Geschenk des Heiligen Geistes  gab den nach der Kreuzigung Jesu völlig am Boden zerstörten Jüngern wieder Kraft und neuen Lebensmut, und sie erzählten, was sie wieder stark machte, was ihnen Energie und Lebenskraft schenkte, und sie steckten andere mit ihrem Glauben an. Auch für uns heute noch gilt in vielen Situationen: Du musst kämpfen, es ist noch nichts verloren.

Gottes Geist betont das WIR. Alle Anhänger Jesu hatten damals ihren Anteil daran, dass sich die Botschaft von Gott ausbreitete, einer alleine hätte nichts bewirken können. Auch für unser heutiges Miteinander, nicht zuletzt auch in der Gemeinde mit ihren vielen Mitarbeitern, hauptamtlich und ehrenamtlich, gilt: Nur gemeinsam sind wir stark.

Die Kreuzigung Jesu bedeutete eine Niederlage. Doch  nun gerade sahen die Jünger ihre Aufgabe darin, den anderen Menschen von Gott und Jesus erzählen und die Begeisterung weitertragen zu müssen. Wir sollten darin die ermutigende Botschaft erkennen: Eine Niederlage kann der Beginn von etwas ganz Neuem sein, sie bedeutet nicht zwangsläufig das Ende.

Die Jünger nahmen viel Mühe auf sich, damit sich die frohe Nachricht ausbreitet. Auch in einer Gemeinde ist viel ehrliche Arbeit gefragt, und es müssen manchmal Enttäuschungen verkraftet werden. Doch Gottes Geist gibt immer wieder neue Kraft und neue Phantasie und schenkt Lust und Freude, in diesem „Team Jesu“ mitzuarbeiten. Pfingsten verspricht uns, dass Gottes guter Geist dabei ist. Auch mit den Worten des  im Wechsel gesprochenen Psalms wurde die Gewissheit bestärkt, dass Gottes Geist, diese unsichtbare Kraft, in unserem Leben so viel Gutes, so viel Menschlichkeit bewirken kann.  

Mit dem Singen des beliebten Paul-Gerhardt-Liedes „Geh aus mein Herz“ und dem Posaunennachspiel klang dieser fröhliche und ermutigende Pfingstgottesdienst aus, und ein geselliges Miteinanderplaudern bei Kaffee und Kuchen schloss sich an.

Bernhard Brand