Zwischen Panik und Gelassenheit

   

 Das ist eine neue Erfahrung: Du kannst nicht alle Fäden in der Hand halten, du bist gezwungen, loszulassen. Du bist gezwungen, dich auf andere zu verlassen, auf deine Familie, deine Freunde, deine Ärzte. Du hast es nicht mehr in der Hand, aber du kannst dich entscheiden zwischen zielloser Panik und kreativer Gelassenheit. Ein guter Umgang mit deiner Krankheit und deinen Ängsten wirft dich nicht aus der Bahn, im Gegenteil. Dort, wo du deiner Angst ins Gesicht schaust, wird sie sich nicht in Luft auflösen, aber du wirst ihr ebenbürtig werden und die Zuversicht in dir wird die Angst in ihre Schranken weisen. Du bleibst Herr im eigenen Haus.
 
Petra Würth, Auszeit zum Gesundwerden, Kawohl Verlag, Wesel