Pilgertour

Unsere nächste Etappe findet vom 16. Mai 2020 bis zum 29. Mai 2020 statt. Der Weg führt an 12 Pilgertagen über 255 km und 5900 Höhenmeter hoch sowie 5340 Höhenmeter hinunter von Montbrison nach Espalion. Es gibt 14 Teilnehmerplätze. Ab sofort ist eine Anmeldung Interessierter möglich. Anmeldeschluss ist der 31.1.2020. Der Teilnehmerbeitrag wird 800 € (Nichtkirchenmitglieder zahlen 850 €) betragen. Hier sind die Fahrtkosten abgedeckt, die Wohnmobilbegleitung, die Organisation, 13 Übernachtungen, 11x Halbpension, Tagesverpflegung. Verbindlich ist die Anmeldung dann, wenn von der Pilgerleitung eine Zusage erfolgt ist (Anfang Februar) und die dann fällige Anzahlung eingegangen ist.

Hier erfahrt ihr, wie es uns auf unseren letzten Pilgeretappen ergangen ist.

Berichte vom Weg

Pilgerprojekt "Von Varrel nach Santiago"

Pilgern die 8. von Taizé nach Montbrison

Am 25.05. starteten wir um 5.40 Uhr am Bremer Hauptbahnhof zu unserer diesjährigen Pilgertour. Mit dem Zug fuhren wir über Basel, Dijon und Macon nach Taizé, wo ein Teil der Gruppe noch einmal am Lichtergottesdienst teilnahm. Anschließend ging es in unsere Unterkunft nach Malay, einem Vorort von Taizé.

Am nächsten Morgen gingen  wir 15 - davon 6 neue Mitpilger  und PJ, Dieters Pilgerente –

 nach einem ausführlichen, extraordinären Frühstück auf unsere erste Etappe. Bei herrlichem Wetter führte der Weg auf dem Voie Verde, einem Fahrradweg auf einer alten Bahntrasse, nach Cluny. Kurz nach Beginn gab es einen Schreckmoment. Eine Mitpilgerin stürzte und verletzte sich dabei an beiden Knien. Zum Glück hatten wir fachmännisches Personal dabei, die die ärztliche Notversorgung vornehmen konnten

 Cluny war das geistliche Zentrum des Mittelalters. Die Kirche war bis zum Bau des Petersdoms in Rom die größte Kirche des Abendlandes. Von dieser sind heute leider nur noch Fragmente übrig, lediglich die dazugehörige Abtei und einige Nebengebäude sind erhalten und können besichtigt werden. Der Gesamteindruck war enttäuschend, da wir uns von diesem Ort mehr versprochen hatten. Zu aller Enttäuschung hat uns dann auch noch PJ verlassen.

Nach unserem Abendessen in einer Pizzeria und dem Tagesausklang bei  einer Flasche Wein nächtigten wir in unserer ersten ausgewiesenen Pilgerherberge.

Ohne Frühstück gingen wir am folgenden Tag Richtung Ouroux. Eine echte Herausforderung  für einige von uns, da es vor dem Erreichen des Rastplatzes einen extrem steilen Anstieg gab. Ein Vorgeschmack auf die folgenden Etappen. Die Lage und das von Ingrid und Hartmut zubereitete Frühstück entschädigten uns aber.

In Ouroux hatten wir eine schöne Unterkunft, ein nettes Abendessen und für einen Teil der Gruppe eine erste intensive Begegnung mit der einheimischen Bevölkerung in der urigen Dorfschenke des Ortes. Der weinseelige Bürgermeister gab sich die Ehre uns zu einer Flasche Beaujolais Primeur einzuladen.

Außerdem durften wir  in das Gästebuch des Wirtes ein Grußwort eintragen.

Es folgte am kommenden Tag die erste Etappe durch das französische Zentralmassiv. Steile, steinige Aufstiege wechselten sich mit ebensolchen Abstiegen ab. Landschaftlich war es wunderschön und es boten sich tolle Panoramaausblicke, die allerdings durch zeitweilige Regenschauer getrübt wurden. Die höchste Erhebung der diesjährigen Tour, der Mont Saint Rigaud (1009 m), war leider im Nebel verhangen und wurde deshalb von uns nicht bestiegen.

Am Ziel Propières erwarteten uns ein vorzügliches Abendessen, eine komfortable Unterkunft und am nächsten Morgen ein französisches Frühstück.

Frisch gestärkt gingen wir in Richtung Le Cergne. Das Wetter besserte sich, es wurde wärmer und  war nicht so anstrengend wie am Vortag. Deshalb lohnte sich sogar der Abstecher zur Kapelle Notre Dame de Fatima oberhalb des Ortes.

In Le Cergne erwarteten uns 3 Chalets mit jeweils 5 Schlafmöglichkeiten. Da es keine Möglichkeit zur Einkehr in ein Restaurant gab, wurde entschieden selbst zu kochen. Durch das  Improvisationstalent von Anja, konnte aus wenigen Zutaten ein tolles 3-Gänge-Menue gezaubert werden. Kurzerhand wurde der Einkauf organisiert und viele Hände halfen bei der Zubereitung. Ein gelungener Abend!

Auf unserem Weg nach Briennon trafen wir dann häufiger auch andere Pilger, die uns immer mal wieder begegneten. Unterwegs kamen wir an einer Epicierie, einer Art Kramladen, vorbei, bei dem man neben frischen Produkten auch Trödel und Co erstehen konnte.

Die Überwindung eines auf einem Waldweg querliegenden Baumes stellte sich für manch einen als Kopfsache dar!

In Briennon, einem Ort direkt an der Loire, erwarteten uns 2 Unterkünfte – eine alte stilvolle Villa für 10 Personen und eine Privatunterkunft bei Madame Baron, bei der wir unser Abendessen gemeinsam einnahmen.

Briennon – das war eine herrliche alte Villa, ein leckeres Abendessen bei netten Gastgebern, eine erholsame Nacht und ein gutes Frühstück am Morgen. Leider musste sich an diesem Tag eine Mitpilgerin aus gesundheitlichen Gründen von uns verabschieden. Gut gestärkt und frohen Mutes machten wir uns auf den langen Weg nach St. Jean St. Maurice sur Loire. An diesem Tag hatten wir 29 km bei sehr sonnigem Wetter zu bewältigen. Der Weg führte aus Briennon heraus an einem Kanal entlang. Hier konnten wir noch den Schatten der Bäume genießen, bevor es auf sonnigen Pfaden weiterging. Nach einer längeren Mittagspause erreichten wir nachmittags Roanne.

Dort besichtigten wir kurz die Kirche St. Jacques Les Mariniers, gönnten uns in einem Café eine Pause und setzten unseren Weg bei zunehmend sengender Hitze fort. Trotz einer Rast in einem Golfhotel (ohne Restauration) schwanden unsere Kräfte zunehmend, und schon bald musste eine Teilnehmerin mit Verdacht auf Sonnenstich vom Begleitfahrzeug aufgenommen werden. Ein paar Kilometer weiter erreichten wir den Ort St. Jean St. Maurice, der wunderschön oberhalb der Loire gelegen ist. Leider versagten auch hier einer Teilnehmerin die Kräfte, so dass sie mit dem WOMO mitfuhr. Den Ort und auch die Loire konnten wir nicht genießen, da wir noch drei Kilometer weiter mussten. Am Ziel erwartete uns eine interessante Unterkunft mit den Gastgebern Nathalie und Dominique, die ein wundervolles mehrgängiges Abendessen bereiteten. Am Samstag wartete erneut ein heißer Tag auf uns. Gestärkt mit einem ausgiebigen Frühstück ging es morgens auf die 31 km lange Strecke nach Boen-sur-Lignon. Wie so oft auf unseren Touren, kamen wir auch heute wieder durch wunderschöne Gegenden. Häufi ge Anstiege mit anschließenden Abstiegen gaben uns einen kleinen Vorgeschmack auf unsere nächste Tour durch das Zentralmassiv. Hitze und Anstrengungen forderten im
Laufe des Tages ihren Tribut. Fünf von uns stiegen nacheinander auf das WOMO um, so dass nur neun vollkommen erschöpft und erledigt die Zielunterkunft erreichten. Auf den ersten Blick eine Katastrophe, entpuppte sich diese im Inneren als ein Kleinod mit unterschiedlichsten Unterbringungsmöglichkeiten.

 

Bei Pizza und Wein ließen wir an einem an Ketten schwingenden Tisch in einer urig eingerichteten Wohnküche den Abend ausklingen. Die Strapazen der längsten Tagestour fi elen von uns ab! Auch hier gesellte sich der Hausherr noch zu uns und brachte uns mit einem selbstgebauten Massagegerät Entspannung. Am Sonntag auf nach Montbrison, unserem letzten Etappenziel! Nur noch 19 km bei sehr heißen 33 Grad. Unterwegs suchten wir in Champdieu ein Café – vergeblich! Alles geschlossen, nur die Kirche war off en und bot uns einen zu kalten Unterschlupf. Weiter ging es nach Montbrison. Eine kurze Stärkung in einem Lokal mit dem obligatorischen Panaché und Cola, gleich ging es weiter zur Kathedrale Notre-Damed ´Espérance mit Schlußandacht und Segnung – für einige der emotionale Höhepunkt der diesjährigen Tour. Am Ausgang erwartete uns eine Überraschung. Die örtlichen Pilgerbeauftragten hatten in der Zwischenzeit kurz entschlossen einen Verpfl egungsstand mit Getränken und Keksen aufgebaut. Eine sehr nette Geste! Weiter zum Hotel „Gil de France“, unserer letzten Unterkunft, und zum geselligen Abschluss bei einem gemeinsamen Abendessen in einem „Straßenrestaurant“. Auf der Rückfahrt waren wir in Frankreich auf die Minute pünktlich unterwegs, ab der Grenze bauten sich kontinuierlich Verspätungen auf, die unseren Aufenthalt in Frankfurt merklich verkürzten. Bei der Weiterfahrt nach Bremen war dann unser reservierter Wagen einfach nicht vorhanden! So mussten wir uns freie Plätze suchen. Trotzdem erreichten wir Bremen pünktlich. Die diesjährige Tour hat uns einige Erkenntnisse für die Gestaltung der einzelnen Tagesetappen gebracht, die wir für die Zukunft berücksichtigen wollen. Trotz aller Strapazen und Herausforderungen freuen wir uns bereits jetzt auf die nächste Tour im Jahr 2020.
Thomas Pfister und Team

Nachtrag: Unser Maskottchen, die Pilgerente PJ, hat zu uns wieder. Es wollte nur noch ein paar Tage im interessanten Cluny verbleiben, hatte aber keine Gelegenheit mehr uns Bescheid zu geben.

 

Pilgern die 7. (2018), 2. Teil Von Grancey-le-Chateau nach Taizé – im Vertrauen auf neue Wege
 

Gut erholt starteten wir am nächsten Tag von Nuits-Saint-Georges nach Mersault. Vor dem Frühstück durften wir unverhofft ein paar zusätzliche Kilometer laufen, da ein Mißverständnis zwischen Scout und Begleitern aus Premeaux-Prissey  nur Premeaux machte und wir somit an der falschen Kirche standen.
Gestärkt ging es dann auf dem Jakobsweg weiter Richtung Beaune durch Weinberge und Felder, vorbei an Schlössern mit sehr schönen Schindeltürmen .  Zwischendurch machten wir eine kurze Einkehr in einem Weinkeller mit einer  winzigen Weinprobe. Wir erreichten Beaune zur Mittagszeit. Nach einem endlos langen geraden Straßenstück  passierten wir am Altstadteingang den „Arc de Triumphe“
 

Hier stärkten wir uns für den Rest des Tages. Hartmut und Ingrid trafen wir leider nicht, da sie mit ihrem Auto in die Werkstatt mußten.

Entlang an einer stark befahrenen Landstraße sowie wieder durch schier endlose Weinberge führte der Weg nach Mersault. Am Horizont hinter uns zog ein Gewitter auf. Der Himmel wurde schwärzer und schwärzer und wir befürchteten schon das Schlimmste. Aber wir kamen trocken ans Ziel.

Der äußere Eindruck unseres Hotels entsprach nicht dem tatsächlichen. Die Zimmer waren deutlich besser.

Frisch geduscht ging ein Teil unserer Gruppe einer echten Weinprobe nach. Nach anfänglicher Skepsis des Winzers wurden wir nach der Verkostung verschiedener Weine zum Ende per Handschlag verabschiedet.

Abends haben wir es uns auf einem Spielplatz gemütlich gemacht und bei Käseplatte, Baguette und verschiedenen Weinen einen herrlichen Abend verlebt. Kleine Spielchen lockerten die Zungen und regten die Lachmuskeln an. Trotz wolkenverhangenem Himmel und Gewitter rund um uns herum, blieb es aber trocken und so waren wir alle froh als wir zu späterer Stunde in unseren Betten lagen. 

Der nächste Tag sollte uns zu Monsieur Hervé Gelin, einen echten Pilgervater führen. Nach kurzer Rast am Mittag in einer Brasserie ging es an einem Kanal mit vielen Schleusen entlang zum Ziel Fontaines. Dort wurden wir von Monsieur Gelin sehr herzlich empfangen. Abends  besuchte uns Herr Gelin mit seiner Frau im Hotel.  Er unterhielt uns mit einigen Anekdoten, die aber nicht alle verstanden haben.  

Ein Teil der Gruppe nächtigte in der ehemaligen Pfarrei, die inzwischen zur Pilgerherberge umfunktioniert war. Der Rest durfte im „ersten Haus am Platz“ übernachten.

An diesem Tag war der Regen mal schneller als wir. Kurz vor Fontaines mußten wir das einzige Mal auf unser Regenzeug zurückgreifen – kaum angezogen war´s aber  schon wieder vorbei.

An dieser Stelle müssen wir zugeben, dass wir nicht immer auf dem offiziellen Jakobsweg unterwegs waren, da Eike und Dieter im Vorfeld beschlossen hatten, anhand detaillierter Karten den kürzesten Jakobsweg zu gehen.

Das führte dazu, dass wir am folgenden Tag von Fontaines nach Buxy zunächst durch sehr unwegsames Gebiet laufen mußten. Einige Mitpilger waren fest davon überzeugt, das wir uns verlaufen hätten, weil wir durch einen dornenreichen und mattschigen Weg entlang einer Hochspannungstrasse liefen. Das war aber nicht der Fall. Allerdings war es eine sehr schmerzhafte Erfahrung für unseren Guide.

Zurück in der Zivilisation führte uns der Weg weiter etliche Kilometer  auf einer zum Fahrradweg umgebauten alten Bahntrasse, dem Voie Verte(von Chalon-sur-Saone nach Macon), dem wir auch die nächsten Tage noch folgen.

An diesem Tag begegneten wir einer Polin, die aus ihrem Heimatdorf nach Santiago de Compostella gelaufen war und sich nun auf dem Rückweg befand. Bemerkenswert – war sie doch seit bereits 10 Monaten unterwegs.

Am nächsten Tag auf dem Weg zu unserem Ziel in Taizé verpaßten wir unser geplantes Zwischenziel in St. Gengoux, so dass wir unsere Mittagspause mitten auf dem Voie Verte machten. Hier hat  uns Hartmut mit seiner Gitarre wieder aufgemuntert.

In der täglichen Schweigezeit gab es plötzlich ein Kommando von hinten „zurück“. Aufregung, weil alle meinten es habe einen Unfall gegeben oder jemand habe sich verletzt. Grund war aber : wir hatten gemerkt, dass unser Hotel nicht in Cormatin – wie vorher angegeben – sondern schon in Malay war.

Gegen 15.00 Uhr erreichten wir glücklich und zufrieden unser „Hotel La Place“.

Abends genossen wir mit hunderten Jugendlichen aus aller Welt die Atmosphäre des Lichtergottesdienstes in Taizé, was für alle ein eindrucksvolles und unvergessliches Erlebnis war und einen tollen emotionalen Abschluß unserer diesjährigen Pilgertour bildete.
 

Am Sonntag brachen wir gegen Mittag zur Heimreise auf und waren ca 12 Stunden später wohlbehalten und erschöpft in Stuhr wieder angekommen.
Gez. Dieter Stahl und Thomas Pfister

 

 

Von Varrel nach Santiago de Compostella - die 6. oder die Touretappe ohne Eike Fröhlich

Von Toul nach Ferme de Borgirault

In diesem Jahr konnte unsere Pastorin Eike aufgrund ihres bedauerlichen Unfalls leider nicht mitpilgern. Sie hatte die Woche aber in gewohnter Weise vorbereitet, so dass wir die Tour problemlos durchführen konnten.

Frühmorgens am 26.08. verabschiedete sie uns am Gemeindehaus mit einem Pilgersegen. Nach relativ problemloser Anfahrt mit dieses Mal zwei Fahrzeugen haben wir in Toul - unserem diesjährigen Startort - am Abend eine Illumination über die Historie Touls erlebt. Eine fantastische Lichtshow wurde auf die Fassade des Rathhauses projeziert und stellte ein erstaunliches Spektakel dar.

Am folgenden Tag begannen wir unsere eigentliche Tour. Die 1. Etappe führte uns über 25,5 km nach Allain.  Nach morgendlicher Andacht, durch uns Pilger organisiert, starteten wir ohne Frühstück in den Tag. Nach fast 3 Stunden erwarteten uns Hartmut und Ingrid an einem herrlichen Plätzchen an der Mosel zum Frühstück. Während der gesamten Woche gelang es den beiden immer wieder tolle Rastgelegenheiten für uns zu finden - ein großes Kompliment dafür! Das späte Frühstück war der schlechten Wegkennzeichnung geschuldet, die zu einem Umweg von rd. 3,5 km führte. Leider setzte sich die schlechte Ausschilderung fast über die gesamte Woche fort, so dass wir vermehrt auf die technische Unterstützung des Navis angewiesen waren. Im Laufe des Tages wurde es immer wärmer, so dass die letzten Kilometer sehr anstrengend wurden.

In Allain angekommen, führte uns der Weg zunächst in die Kirche. Eine Besonderheit auf der Tour: sie war geöffnet. Die meisten Kirchen die wir in den nächsten Tagen erreichten waren leider verschlossen - und wenn sie offen waren, gab es keine Pilgerstempel. Daher war unsere diesjährige Stempelausbeute eher auf Hotels und Campingplätze beschränkt. Unser Etappenziel war ein sehr schönes Motel in dem wir den Tag ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen starteten wir den langen Weg nach Neufchateau über die alte Römerstraße. Diese führte fast gerade aus an baumlosen Feldern und Wiesen vorbei. Die Temperaturen waren auch an diesem Tage sehr heiß.

Die letzten Kilometer durften wir entlang der viel befahrenen N74 nach Neufchateau pilgern. In diesem sehr hügeligen Ort erlebten wir, dass man sich trotz technischer Unterstützung verlaufen kann. Statt den direkten Weg ins Hotel anzuzeigen, empfahl uns das Navi noch eine ungewollte Berg- und Tal-Sightseeingtour. Unterkunft und Essen entschädigten uns für diese Qual und Pein und waren super.

Tag 4 von Neufchateau nach Bourg St.Marie war der härteste Tag mit Temperaturen von bis zu 36° und forderte die ersten Hitzeopfer, die mit unserem Begleitfahrzeug zum Ziel befördert wurden. Auch dieser Weg führte uns auf dem wenig belaubten alten Römerweg, so dass Schatten Mangelware war! Landschaftlich wurde es langsam schöner. Wir kamen allerdings an wenigen Ortschaften vorbei, die dann auch noch in nicht so schönem Zustand waren.

Unser Ziel war der Campingplatz von Bourg St. Marie auf dem wir in kleinen Chalets nächtigten.

Nach dem Frühstück brachen wir am frühen Morgen auf nach Epinant. Auf dieser Etappe erreichten wir in Levcourt die 1000-km-Marke.

Thomas, Dagmar, Birgit und Dieter sind alle Etappen gepilgert

Kurz danach begann der große Regen - ein krasser Gegensatz zu den Vortagen - und sollte uns bis zum Ende des Tages nicht mehr verlassen. Unterbrochen wurde er nur während unserer Rast in Bassencourt, wo wir  bei strahlender Sonne Pause machen konnten. In Epinant erwartete uns unsere erste Gemeinschaftsunterkunft.

Dort musste uns am folgenden Tag leider eine unserer Mitpilgerinnen verlassen, die den Heimweg antrat. Unser Weg führte uns durch herrliche Waldwege vorbei an einem Stausee bis nach Langres - eine herrliche alte Festungsstadt die auf einem Berg gelegen war. Dadurch hatten wir am Ende noch einen mehr als beschwerlichen Aufstieg zu bewältigen, der jedoch durch einen traumhaften Blick entschädigt wurde. Auch die Altstadt und die Kathedrale waren sehenswert. Wie gut das wir hier ein wenig Zeit hatten die Kulisse zu genießen.

Der folgende Tag nach Auberive stellte sich als die längste aller Etappen heraus. Auf insgesamt 35 km führte uns der Weg durch herrliche Wälder - kaum ein Auto oder Mensch begegnete uns. Am Ziel hatten wir unsere 2. Gemeinschaftsunterkunft in die Mairie erreicht und das Abendessen gestalteten wir auf dem nahe gelegenen Campingplatz in Eigenregie.

Von hier brachen wir am nächsten Tag zu unserer letzten Etappe auf. Es sollte die kürzeste und schönste Strecke werden, die fast ausschließlich durch Waldwege führte.

Unser Ziel war ein altes, liebevoll restauriertes Gehöft, auf dem wir den restlichen Tag ausklingen lassen konnten, bevor wir uns auf die Heimreise machten. Die Rückreise am folgenden Tag war gezeichnet durch viele Staus auf den Strassen und bedeutete für viele noch einmal zusätzlichen Stress.

In diesem Jahr war vieles anders. Erstmalig war die Tour zwar von unserer Pastorin organisiert (fast perfekt!), aber manchmal fehlte in kritischen Momenten eben doch die lenkende Hand. Dennoch hat sich die Gruppe gut selbst organisiert. Jeder hat zum Gelingen beigetragen. Insbesondere die von uns allen gestalteten Morgen- und Abendandachten waren für alle eine Bereicherung. Auch die abendlichen Aktivitäten wurden von allen Beteiligten gern gemeinsam durchgeführt. Positiv empfanden wir, dass wir bereits vor dem Frühstück manchen Kilometer unserer Wegstrecke absolvierten.

Der gesamten Gruppe möchten wir abschließend ein großes Lob für die positive gemeinsame Woche aussprechen.

 

Fazit:

Pilgern ohne Eike geht - aber ohne sie fehlt etwas Entscheidendes - und mit ihr ist es viel schöner!

Bon Camino von Thomas Pfister und Dieter Stahl

Pilgern die 5. „Soviel Du brauchst“

Pilgern, Bild-Statue mit PilgerutensilienAm 30.04. verließen wir um 6.44 Uhr den Bremer Hauptbahnhof in Richtung Trier. Dort pünktlich angekommen führte uns der Weg zunächst zur Porta Nigra wo wir unsere diesjährige Pilgertour offiziell mit einer Andacht begannen. Unsere erste Etappe führte uns im Nieselregen über 10 KM nach Konz.

Die Pilgertour stand unter dem Leitthema „Soviel Du brauchst“. Wir wurden jeden Tag von unserer „Chefin“ in der Morgenandacht mit einem neuen Tagesthema eingestimmt und hatten auch in der täglichen Schweigezeit Gelegenheit dieses zu vertiefen.

Nach unserem ersten gemeinsamen Frühstück begannen wir unseren Weg nach Merzkirchen. Gemäß dem Tagesthema nahmen wir uns die „Freiheit“ die geplanten 20 KM auf 25.4 KM zu verlängern, da aufgrund von Straßenbauarbeiten die Beschilderung abgerissen worden war.

Der morgendliche Regen verhieß nichts Gutes.  Die Befürchtung wieder eine Regentour bewältigen zu müssen, bewahrheitete sich zum Glück aber nicht, da pünktlich zum Abmarsch die Sonne schien.

Unterwegs nahm sich ein netter älterer Herr die Freiheit unsere Schweigezeit durch eine geschichtliche Abhandlung über die Ortschaft Kümmern abzubrechen.
In Merzkirchen angekommen war Eile geboten, da pünktlich um 18.00 Uhr die Leitung nach Varrel für die Weltpremiere eines SKYPE-Gottesdienstes stehen musste. Zur allgemeinen Erheiterung aller Gottesdienstteilnehmer übertrugen wir live aus der Destillerie. Trotz einiger Abstimmungs- und Übertragungsprobleme konnte die Veranstaltung zur Zufriedenheit aller bis zum Ende durchgeführt werden. Aus unserer Sicht war es ein voller Erfolg und eine tolle Erfahrung für alle Beteiligten.

Abends nahmen wir uns getreu unseres Leitthemas die Freiheit neben dem Pilgereintopf einige Geschmacksproben aus dem reichhaltigen Destillatsangebots der Herbergsmutter Mary zu uns zu nehmen.

Der folgende Tag führte uns weiter durch die „Heimat“ wo wir mit einem großen Schritt die Landesgrenze von Rheinland-Pfalz ins Saarland überschritten.

Bild: Die Pilgerer überschreiten symbolisch die Landesgrenze, die jedoch nicht mehr sichtbar ist.

Entlang an blühenden Rapsfeldern und Obstbäumen genossen wir die herrliche Wärme der Sonne.

Im Grenzort Schengen steht ein Miniatur-Eiffelturm, der hier dargestellt ist.

Überraschenderweise standen wir urplötzlich am „Potsdamer Platz“ der sich als Rastplatz  mit Ehrenmal des 2.Weltkrieges entpuppte. Über den von Mary empfohlenen wunderschönen  Alternativweg kamen wir nach 18.5 KM über die Saarschleife und durch Weinberge entspannt zum Etappenziel in Perl.

In der Schweigezeit konnte jeder darüber nachdenken, was Heimat für ihn bedeutet. Auch die Beziehung zu Gott könnte hierbei eine Rolle spielen, wie Eike es in der Morgenandacht so schön formulierte.

Nach einem Freiluftabendessen holte uns die Heimat doch noch ein. In einer Kellerbar mit Sky-Empfang nahmen wir teil an dem Sieg von WERDER  gegen Stuttgart.

Die folgende Nacht verbrachte ein  Teil von uns im „Kühlschrank“ der evangelischen Kirche – dem Kirchenschiff.

Getreu dem Thema des 4. Tages „Freundschaft“ streiften wir den historischen Ort Schengen und überquerten am Eifelturm (en miniature) die Grenze nach Frankreich.

Dort erhielten wir von Eike zum feierlichen Grenzübertritt ein Symbol des Jakobswegs – die Muschel – als Kettenanhänger.

Fortsetzung folgt...

         Dieter und Thomas

 

Von Varrel bis Santiago de Compostella

Pilgern die 4. oder beschwerlich durch die Eifel

Gruppenbild von der Pilgertour

Unsere diesjährige Pilgertour startete am 19.06. um 16.44 Uhr am Bremer Hauptbahnhof mit 13 Personen. Erfreulicherweise waren 5 Pilger erstmalig dabei.

Unser Zug setzte sich in Richtung Bad Münstereifel in Bewegung. Die Fahrt dauerte 4 ¾ Stunden. In dieser Zeit passierten wir Städte wie Osnabrück, Münster, Dortmund, Hagen-Haspe, Gevelsberg, Wuppertal, Werne, Köln und Euskirchen die wir in den vergangenen 3 Jahren in mühevoller Fußarbeit erlaufen hatten. Unsere Gedanken hingen den vergangenen Erlebnissen nach und viele schöne Erinnerungen und Anekdoten wurden ausgetauscht  (wisst Ihr noch“ , „hier …. da war doch“, „ich hab gerade den Bahnübergang gesehen, an dem wir gestanden haben!“) – die Zeit verging wie im Flug.

21.30 Uhr Ankunft in Bad Münstereifel. Unsere heutige Unterkunft sollte die Jugendherberge sein. Aber wo ist sie? Selbst die Taxifahrer, die wir fragten konnten uns den Fußweg nicht genau beschreiben. Aussagen wie „da wollt Ihr heute noch hin?“, verhießen nichts Gutes.

Als wir sie dann endlich nach einem steilen und beschwerlichen Anstieg erreichten,  wussten wir warum. Der Weg war mühsam, nicht einfach zu finden und die Dunkelheit brach über uns herein.  Froh angekommen zu sein, bezogen wir die doch recht einfachen Zimmer und ließen anschließend den Abend bei einem gemütlichen Beisammensein ausklingen.

Am Morgen gut ausgeruht und voller Tatendrang starteten wir unsere 1. Etappe. Waren wir am Abend noch auf Umwegen mühsam  ans Ziel gelangt,  gingen wir jetzt leichten Schrittes auf direktem Weg den Berg hinab.

Nach unserer Morgenandacht vor der Stiftskirche führte uns ein erster, wider Erwarten wirklich steiler, Anstieg aus Bad Münstereifel heraus in Richtung Blankenheim – gefühlte Steigung 45° - ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Tage. Die Anhöhe erreicht, entschädigte uns die reizvolle Landschaft für die Strapazen.  Blankenheim – unser Tagesziel erreichten wir nach 23 km. Um im Ort  unsere Unterkunft zu finden, vertrauten wir unserem Scout Dieter und verließen den offiziellen Pilgerpfad. Auf dem kürzesten  Wege führte er uns direkt in die Arme unseres „Kümmerers“  Hartmut und Pilgerhund Jule.

Blankenheim überraschte uns mit der Ahr-Quelle, dem Ursprung des gleichnamigen Flusses, die hier im Keller eines alten Hauses entspringt.

Gruppenbild von der Pilgertour

"on the road again"

Am zweiten Tag führte uns der Weg über 24 Km nach Kronenburg. Nach einem wiederum steilen Beginn ging es über Höhenrücken und durch tief eingeschnittene Bachtäler durch die Kalkeifel.  Die Landschaft wurde zunehmend einsamer. Passend zu dieser Einsamkeit gesellte sich am heutigen Tag erstmals der Regen, der ständiger Begleiter unserer Pausen wurde.

Kronenburg, unser Etappenziel, ist ein kleines illustres Dörfchen mit einer Burgruine, zu deren Füssen heute ein modernes Hotel  liegt.

Unsere Unterkunft, das Lehrer-Fortbildungs-Seminar,  war sehr komfortabel. Den Abend ließen wir in gemütlicher Runde ausklingen.

Der folgende Tag, der uns auf 26 km nach Prüm führen sollte, startete wenig verheißungsvoll. Bereits beim Frühstück begann es zu regnen – und der sollte uns den ganzen Tag über begleiten.

Gruppenbild von der Pilgertour

Unsere Deutschlandmädels

Diese Etappe führte über weite Teile entlang des Höhenrückens der Schne(e)ifel und erreicht kurz vor dem „Schwarzen Mann“  mit 675 m ü. NN die größte Höhe der Gesamtstrecke.

Zwischenzeitlich mussten einige von uns konditions- und witterungsbedingt den „Besenwagen“ benutzen. Der Rest kämpfte sich durch Regen und Kälte tapfer dem Ziel entgegen.  Auf einem kurzen Zwischenstopp in Gondenbrett versorgte  Hartmut uns mit Heißgetränken, die uns die nötige Motivation für die Restetappe gaben.

Unser Tagesziel Prüm erreichten wir vollkommen durchnässt und erschöpft. Nach unserer Ankunftsandacht in der sehr schönen Basilika San Salvator ging es zu einer warmen Dusche in unser Quartier.  Abends stärkten wir uns beim „Österreicher“ mit vielen  alpenländischen Spezialitäten. Besonders angetan hatte es einigen der „Jagertee“, der der Jahreszeit nicht angemessen war, aber uns trotzdem herrlich schmeckte.

Am 4. Tag ging es weiter nach Waxweiler - wieder ca 26 km. Start mit Regen – Schwierigkeitsgrad mittel bis hoch (lt. Führer). Wo soll hier die Ermutigung herkommen??

Wie erfahrt ihr im nächsten Brief………

Pilgern die 4. oder beschwerlich durch die Eifel Vol. 2

Im ersten Teil unseres diesjährigen Pilgerberichtes haben wir  den Weg von Bad Münstereifel nach Prüm beschrieben. 

Von dort ging es weiter nach Waxweiler –mal wieder begleitet von Regen. Wo soll da die Motivation herkommen?

Dazu fällt uns folgende Geschichte ein, die uns Eike Fröhlich an diesem Morgen in der Andacht nahe brachte:

Geschichte "Die Chance einer Bärenraupe" von Rudolf Otto Wiemerx

Diese Geschichte wurde noch verstärkt durch eine Begegnung, die wir auf dem Weg mit einem kleinen Käfer hatten, der versuchte eine stark befahrene Straße zu überqueren als ein LKW nahte ….  er schaffte es!

Und so wie er schafften auch wir unsere heutige beschwerliche Etappe  mit dem endlos

steilen Abstieg hinab nach Waxweiler. 

Am nächsten Tag wurden wir endlich mal von Sonnenschein begleitet. Aber auch dieser Tag sollte anstrengende Auf- und Abstiege bringen.

Über Krautscheid, Bornhof und Windhausen ging es weiter nach Ammeldingen, wo wir vor St. Isidor in der Sonne liegend eine sowohl geruhsame wie auch genußvolle (lecker Erdbeeren) Mittagspause verbrachten.

Danach ging´s weiter nach Neuerburg und

sehr beschwerlich bei praller Sonne zum Tagesziel Mettendorf. 

Leider mussten wir uns an diesem Tag von Claudia verabschieden. 

Auch am nächsten Tag schien wieder die Sonne über uns. Im beschaulichen Ort Nusbaum erhielten wir Pilgerstempel, die uns an Abziehbilder erinnerten (Panini läßt grüßen!). Nur mit viel Mühe konnten wir diese in unsere Pilgerpässe kleben – eine bisher einmalige Erfahrung!

Leider mussten wir uns auch heute wieder von einem Mitpilger verabschieden. Thomas musste aus familiären Gründen vorzeitig abreisen. Anmerkung der Autoren: Wir trennten uns an einem Bauernhof mit vielen Tieren (Ziegen, Hunde, Hühner, Enten, Katzen, Schafe, Pferde und Kühen – allesamt Thomas´ Fotomotive auf unseren bisherigen Pilgertouren).

Über Bollendorf ging es weiter linksseitig an der Sauer entlang Richtung Echternach. In Weilersbach überquerten wir die Sauer über eine überdachte Holzbrücke und hatten auf der anderen Seite erstmalig ausländischen „Pilgerboden unter den Latschen“. 

Abbildung einer Sehenswürdigkeit

Wir waren in Luxemburg angekommen. 

In der Echternacher Basilika hielten wir die obligatorische Andacht und machten uns anschließend auf den Weg zur futuristischen Jugendherberge. 

Abends kehrten wir in einem noblen Bistro ein – man gönnt sich ja sonst nichts und außerdem heißt es pilgern und nicht fasten!

Schon am nächsten Tag ging´s zurück nach Deutschland – Butzweiler war das Etappenziel. Auf dem Weg dorthin wurden wir nicht nur von Ingrid und Hartmut verwöhnt. Bei einer kurzen Einkehr im „Pilgerlikör-Probierstübchen“ bekommen wir von einer netten älteren Dame, mit Schwager in Heiligenrode, einen landestypischen Obstlikör serviert. Weitere Probierstübchen ließen wir aus, um das Tagesziel nicht zu gefährden.

In Butzweiler hatten wir die Ehre vom Bürgermeister begrüßt zu werden..

Auch dieser Tag war sonnig und warm so dass wir den Abend unter freiem Himmel ausklingen lassen konnten. Doch in der folgenden Nacht kam das große Gewitter, das sich bis zum Morgen aber wieder verzogen hatte.

Am letzten Tag ging es von Butzweiler nach Trier – unserem Etappenziel.

Entlang der Mosel ging es über die Kaiser-Wilhelm-Brücke zur Porta Nigra wo unser diesjähriges Abschlußbild entstand.

Bild der Pilger-Gruppe

Bevor die Deutsche Bundesbahn uns wieder in heimische Gefilde brachte, konnten wir noch ein paar Stunden auf dem Trierer Altstadtfest verbringen.

Wir danken an dieser Stelle unseren „Scouts“ Ingrid und Hartmut mit ihrem „Pilger-Hund“ Jule für ihre tolle Unterstützung und Eike für die Organisation.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr – denn nach dem Pilgern ist vor dem Pilgern!!

Jeder ist eingeladen uns zu begleiten

Dieter und Thomas

 

Bitte teilen Sie uns für unsere Planungen mit, ob Sie bereits vorher an der Pilgertour teilgenommen haben.
Hier können Sie uns noch weitere Hinweise oder Anmerkungen zusenden.